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Auswertung
der Geschwindigkeitsmessungen des Gemeindevollzugsdienstes in den Verkehrsberuhigten
Bereichen in Handschuhsheim
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Ein
Problem stellen in Handschuhsheim Straßen ohne Gehweg dar, wo sich Fußgänger,
Fahrradfahrer und Autos den Straßenraum teilen müssen. Um die
Verkehrssicherheit und die Aufenthaltsqualität in diesen Straßen zu
verbessern, wurden 1997 die Pfarrgasse und die Friedenstraße in
verkehrsberuhigte Bereiche umgewandelt, in denen die einzelnen
Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind und aufeinander Rücksicht nehmen müssen.
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Um
die Frage beantworten zu können, wie sich die Fahrgeschwindigkeiten des
Verkehrs dadurch veränderten, wurden vom Gemeindevollzugsdienst
 | vorher bei Tempo-30, |
 | ein dreiviertel Jahr nach Einrichtung des
Verkehrsberuhigten Bereiches und |
 | im März 2002 vier Jahre danach |
Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt.
Die Grafiken zeigen die Ergebnisse. (Die waagerechte Achse gibt die
Fahrgeschwindigkeit an, die senkrechte Achse den Prozentsatz der Fahrzeuge, die
mit der jeweiligen Geschwindigkeit gefahren sind.)
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In der Pfarrgasse fuhren
zu Zeiten der Tempo 30-Zone 77,5% der Fahrzeuge über 20 km/h und 10% über
30 km/h. Ein dreiviertel Jahr nach Einrichtung des Verkehrsberuhigten Bereiches
sank der Anteil der Fahrzeuge über 20 km/h auf 15,4% (Rückgang auf ein Fünftel),
der über 30 km/h auf 1,3% (Rückgang auf ein Achtel !). Die
Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrzeuge lag während der Tempo-30-Zone bei
24,9 km/h. Sie sank zu Beginn des Verkehrsberuhigten Bereiches auf 17,3 km/h und
ging nach 4 Jahren weiter auf 15,6 km/h zurück.
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Ein wichtiges Maß für die
Verkehrssicherheit ist der mittlere Bremsweg. Er gibt an, wie weit ein Auto z.B.
beim plötzlichen Auftauchen eines Kindes hinter einem parkenden PKW noch rollt,
bis es zum Stillstand kommt. Der mittlere Bremsweg der Fahrzeuge in der
Pfarrgasse ging von 9,20 m bei Tempo 30 um fast die Hälfte auf 5,20 m zurück.
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In
der Friedenstraße fuhren zu Zeiten der Tempo 30-Zone 61% der Fahrzeuge
schneller als 20 km/h. Ein dreiviertel Jahr nach Einrichtung des
Verkehrsberuhigten Bereiches sank dieser Anteil der Fahrzeuge über 20 km/h auf
25%. Daran änderte sich in den letzten 4 Jahren nichts mehr. Allerdings ging in
den letzten 4 Jahren der Anteil der Fahrzeuge über 30 km/h, der ein dreiviertel
Jahr nach Einrichtung des Verkehrsberuhigten Bereichs noch bei 10,9% gelegen
hatte, weiter auf 2,7 % zurück. Die Durchschnittsgeschwindigkeit aller
Fahrzeuge lag während der Tempo-30-Zone bei 23,2 km/h. Sie sank zu Beginn des
Verkehrsberuhigten Bereiches auf 19,9 km/h und ging nach 4 Jahren weiter auf
17,8 km/h zurück. Der mittlere Bremsweg der Fahrzeuge in der Friedenstraße
ging von 8,20 m bei Tempo 30 auf 6,0 m zurück.
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Damit hat sich die Einrichtung der
Verkehrsberuhigten Bereiche Pfarrgasse und Friedenstrasse bewährt.
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Da die Erfahrungen positiv waren, einigte man sich
am Runden Tisch zwischen Stadtteilverein, Handwerker- und Gewerbeverein,
Interessengemeinschaft Handschuhsheim, Mitweltgruppe der Evangelischen Gemeinde
und Initiative für Verkehrssicherheit auf eine Ausweitung des
verkehrsberuhigten Bereiches in einem nächsten Schritt im Bereich
Handschuhsheimer Landstraße zwischen Kapellenweg und Mühltalstraße. Dies ist
eine wichtige Nord-Süd-Achse für den Fußgänger- und Fahrradverkehr, im südlichen
Teil liegt ein Kindergarten. Die Straße wird in diesem Bereich täglich von ca.
700 Kfz und 1200 Fahrrädern befahren. Im November 2001 stimmte der
Bezirksbeirat Handschuhsheim der Ausdehnung des verkehrsberuhigten Bereichs bei
9 Ja- und 0 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen zu.
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Im Frühjahr 2002 wurde der Verkehrsberuhigte
Bereich vom
Amt für Öffentliche Ordnung zwischen Kapellenweg und Mühltalstraße realisiert. Dabei
wurde der Straßenraum nicht umgebaut. Um festzustellen, wie sich dies auf die
Fahrgeschwindigkeiten auswirkte, wurden die Messungen des
Gemeindevollzugsdienstes (GVD) in diesem Bereich ausgewertet. Der GVD führte in
der Handschuhsheimer Landstraße zwischen Kapellenweg und Pfarrgasse zwischen
1987 und 2003 insgesamt 29 Messreihen durch. Dabei wurde die Geschwindigkeit von
zusammen 3855 Fahrzeugen gemessen.
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Bis Anfang 2002 galt in dieser
Straße Tempo 30. In dieser Zeit überschritten 30% der Fahrzeuge 30 km/h und
5,7 % 40 km/h. 0,5 % der Fahrzeuge fuhren sogar schneller als 50 km/h und 0,1%
schneller als 60 km/h.
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Ein Jahr nach Einrichtung des
Verkehrsberuhigten Bereichs hat sich das Geschwindigkeitsniveau in der
Handschuhsheimer Landstraße deutlich geändert. Vor allem die hohen Geschwindigkeiten
wurden deutlich reduziert. Die Zahl der Fahrzeuge, die schneller als 30 km/h
fahren, ist um den Faktor 5,5 zurückgegangen (von 24,6 % auf 4,5 %). Schneller
als 40 km/h fährt heute kein Fahrzeug mehr. Die Durchschnittsgeschwindigkeit
hat sich von 26,2 auf 16,5 km/h verringert. Die kinetische Energie der Fahrzeuge
(Zerstörungsenergie bei einem Unfall) sank um den Faktor 2,5, der mittlere
Bremsweg der PKW von 10,2 m auf 5,5 m.
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Dies sind nur die direkt
messbaren Auswirkungen. Darüber hinaus ist die Strasse in diesem Bereich
menschlicher geworden. Man geht wieder lieber zu Fuß, die Zahl der Fußgänger
und Kinder auf der Strasse hat deutlich zugenommen, für den Fahrradverkehr ist
es sicherer geworden und der Autoverkehr hat insgesamt abgenommen.
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